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Hoffinanzierung und preußische Verfassung

A. Große

2025 · DOI: 10.1515/jgmo-2023-0002
Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands · 0 Citations

Abstract

Die Auseinandersetzung um die Konstitutionalisierung der preußischen Hoffinanzierung gibt Zeugnis von der Selbst- und Fremdwahrnehmung der Monarchie in Preußen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In der preußischen Verfassung konnte sich die Versorgung der Krone mittels einer Zivilliste nach westeuropäischem Vorbild zwar nicht durchsetzen, jedoch etablierte sich nach 1850 – trotz erheblicher Gegenwehr des preußischen Königshauses – eine zumindest teilweise parlamentarische Kontrolle der preußischen Hoffinanzierung. Dies lag sowohl an der möglicherweise intentionalen Vagheit des entsprechenden Verfassungsartikels als auch an der Politik konservativer und altliberaler Finanzminister. In den Debatten zwischen Monarch, Staatsministern und Abgeordneten um die Versorgung der Krone standen die Unabhängigkeit des Monarchen von seinen Untertanen und der Schutz vor republikanischen Tendenzen im Fokus, jedoch wurden auch volkswirtschaftliche und verfassungspolitische Argumente laut.

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