Welchen Einfluß hat die Jodtherapie auf die Arteriosklerose? (Schluß aus Nr. 15.)
Welchen Einfluß hat die Jodtherapie auf die Arteriosklerose? (Schluß aus Nr. 15.)
Von J. Schwalbe
Abstract
li ng; mit Einschränkung O. M ü 11e r. Andere Autoren (wie F. y. Müller, His, Chvostek, Pal etc.) lehnen dagegen diese Erklärung ausdrücklich ab. Nach Q u in eke besteht vielleicht ein Einfluß auf die bindegewebigen Teile der Gefäßwände. His denkt an eine Besserung der Intimawucherung. Auch Pal glaubt, daß dem Jod unter Umständen eine Einwirkung auf die Gefäßwand zukommt. ,,Ueberzeugend in dieser Richtung ist für mich der Erfolg der Jodtherapie ini Anfall der Bleikolik. Führt man da so große Jodgaben ein, daß rasch die Anzeichen einer akuten Jodiritoxikation eintreten, so sinkt der erhöt1te Blutdruck, die kritischen Erscheinungen hören auf, und die Krankheit ist geheilt. Ich halte diese Wirkung f üt eine direkte auf die Gefäfiwand und glaube nicht, daß sie in dem Einfluß des Jods auf die Viskosität des Blutes ihre richtige Erklärung gefunden hat". Nach Chvostek spricht die klinische Beobachtung eher für einen Einfluß auf die Gefäßinnervation. Möglicherweise kommt der Einfluß auf dem Umwege über die endokrinen Drüsen zustande, wofür die nahen Beziehungen des Jods zur Schilddrüse, die Beziehungen der Blutdrüsen zueinander und ihre Beziehungen zurBeschaffenheit und Innervation der Gefäße sprechen würden." Matthes hält eine Wirkung auf das sympathische System nicht für ausgeschlossen. Vielleicht wird die bei Arteriosklerose vorhandene Neigung zu Gefäßkrämpfen günstig beeinflußt. Das Vorkommen solcher Gefäßkrämpfe bei Arteriosklerose hat z. B. Wage mann hei einem meiner Patienten an der A. retinae sicher beobachtet. Ob das Jod etwa einen Einfluß auf die Blutviskosität hat, ist bekanntlich strittig."
