Walther Rauff und die chilenische Militärdiktatur unter Augusto Pinochet
Walther Rauff und die chilenische Militärdiktatur unter Augusto Pinochet
M. Klein
Abstract
Vorspann Walther Rauff, seit 1944 Standartenführer der SS, gehörte bis zu seinem Tod im Mai 1984 als Verantwortlicher für die Entwicklung und den Einsatz der sogenannten Gaswagen zu den meistgesuchten NS-Verbrechern. Er hatte sich der Strafverfolgung durch Flucht entzogen und lebte seit Ende der 1950er Jahre in Chile. Als die Streitkräfte dort im September 1973 den sozialistischen Präsidenten Salvador Allende stürzten und unter General Augusto Pinochet eine brutale Militärdiktatur errichteten, wurden rasch Stimmen laut, Rauff sei an verantwortlicher Stelle für den berüchtigten chilenischen Geheimdienst tätig. Belastbare Indizien dafür fanden sich nie, dennoch entwickelte dieses Gerücht eine erstaunliche Beharrungskraft. Marcus Klein spürt der Frage nach, wie es dazu kam, welche Akteure und Netzwerke dabei eine wichtige Rolle spielten und warum sich das Gerücht bis in unsere Tage halten konnte.
